Evangelische Stadtmission Karlsruhe e.V.

Honigernte in der Stadtmission

11.03.2015

Kraft des Sommers aus dem Honigglas

„Wir konnten viel Honig ernten, von dem nun auch die Bewohner unserer Einrichtung profitieren“, zog Martin Michel, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Stadtmission, Bilanz. „Mit dem Honig bekommen sie die Kraft des Sommers, der Sonne und der Natur“, meinte Michel, der das Projekt initiiert hatte. 

Um die Bienen richtig versorgen zu können, absolvierten Herbert Bettchen, der Leiter des Frommelhauses – eine Einrichtung der Stadtmission zur Wiedereingliederung psychisch kranker Menschen -, sowie einige seiner Mitarbeiterinnen einen Imkerkurs. „Wir sind nicht gerade sehr mutig an die Sache herangegangen“, gab Bettchen zu. „Aber Imker Marc La Fontaine konnte uns die Angst vor den Bienen nehmen.“ Kaum waren die fleißigen Bienchen im Garten eingezogen, beteiligten sich auch die Bewohner des Frommelhauses an der Pflege der Tiere. „Sie hatten kaum Berührungsängste und sind mit Begeisterung an die Sache herangegangen“, so Bettchen.
Und auch die Bewohner der Alten- und Pflegeheime der Evangelischen Stadtmission hatten ihre Freude an den Bienen. „Immer wenn wir an den Bienenstöcken arbeiteten, hatten wir Zuschauer“, sagte Bettchen. „Die Senioren haben sich von Anfang an sehr für das Projekt interessiert.“

Honigernte im Spätsommer

Der Höhepunkt des Bienenjahres war im Spätsommer die Honigernte. Dabei wurden die Waben abgedeckelt und der Honig geschleudert. „Wir hatten alle Gänsehaut, als der erste Honig floss“, erinnerte sich Bettchen. Von den drei Bienenstöcken konnten immerhin mehr als neun Kilogramm Honig geerntet werden. Auch für Bettchens Mitarbeiterin Nathalie Strack war das Jahr mit den Bienen sehr aufregend: „Richtig spannend war der Einzug der Tiere.“ Wichtig war für sie, dass Imker Marc La Fontaine das ganze Jahr über als Ansprechpartner zur Verfügung stand. „Ohne ihn wäre es gar nicht gegangen, denn trotz des Kurses waren doch noch einige Unsicherheiten da“, gestand sie. „Honig hat in Deutschland einen hohen Stellenwert“, sagte Bürgermeister Klaus Stapf. „Immerhin sind wir mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 1,4 Kilogramm echte Honigweltmeister.“ Honig sei aber mehr als nur ein gesundes Nahrungsmittel, stellte er fest. Die Honigproduktion sorgt nicht nur für körperliches, sondern auch für seelisches Wohlbefinden.“ Die Tätigkeit des Imkerns bringe die Menschenzusammen und sei auch sinnstiftend, so Stapf.


Unterstützt wurde das Projekt auch von Anke Kelber vom Umweltamt der Stadt. Sie hatte nicht nur den Kontakt zum Berufsimker hergestellt, sondern stellte auch die Anträge für die Fördermittel. Gefördert wurde das Projekt schließlich von der Arbeitsgemeinschaft B52 Verbändekooperation, dem Zusammenschluss der in Baden-Württemberg ansässigen Krankenkassen. „Das Stadtbienenprojekt bekam den Förderpreis `Gesunde Kommune` der mit 5200 Euro dotiert ist“, so Florian Bock von der Siemens- Betriebskasse.

 

Quelle: Badische Neueste Nachrichten vom 12.12.2014

 

Hier gehts zur Fotopräsentation des Projekts

Archiv